Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

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Jürgen-B
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Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von Jürgen-B » 17. Nov 2020, 14:00

Es geht um den Versicherungsschutz beim DAV und ob dieser derzeit greift, wenn man in den Bergen unterwegs ist.

Unter Punkt 3.6 steht in den Versicherungsbedingungen folgendes:

Schäden durch Streik, Innere Unruhen, Kriegsereignisse, Pandemien, Kernenergie, Beschlagnahme und sonstige Eingriffe von hoher Hand sowie in Ländern, für welche das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat.

Habe beim DAV in München angerufen.
Unter Punkt 3.6 steht, dass bei Pandemie sowie Reisewarnung ein Versicherungsschutz ausgeschlossen ist.

Die klare Aussage beim Telefonat mit dem DAV sagt:
Da eine Pandemie sowie Reisewarnung besteht, kein Versicherungsschutz !



Das heißt, jeder geht mit einem gewissen Risiko am Berg, was bei einem Unfall zu erheblichen Kosten führen kann.

Wie es mit privaten Versicherungen aussieht, muss jeder selbst erfragen.
Alle die eventuell vergangenes Wochenende unterwegs waren, hatten keinen Versicherungsschutz beim DAV

Das Ganze nochmals per Email beim DAV angefragt, da dran steht: Schäden durch.....zB Pandemie sowie Reisewarnung, die ja besteht
Zuletzt geändert von Jürgen-B am 18. Nov 2020, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.

webmeister
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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von webmeister » 17. Nov 2020, 16:50

IANAL, aber soweit ich den Text lese, musst du da vermutlich zwei Fälle unterscheiden: "in Ländern, für welche das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat" ist eindeutig, aber meines Wissens gibt es keine Reisewarnung von Deutschland für Deutschland. Für Schäden in Deutschland müsste also der erste Teil des Satzes greifen, der allerdings von "Schäden durch Pandemien" (und nicht etwa von Schäden während Pandemien) spricht. Bei den meisten Bergunfällen sollte es eher unwahrscheinlich sein, dass diese durch eine Pandemie verursacht werden, sie würden ohne Pandemie genauso passieren, und dann kann sich die Versicherung nicht drücken, auch wenn sie das gerne würde.

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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von Jürgen-B » 17. Nov 2020, 17:14

Da gebe ich dir schon teilweise recht.
Deshalb nochmals die schriftliche Anfrage beim DAV
Innerhalb Deutschlands gibt es Risikogebiete, die sich derzeit aber nicht im deutschen Alpenraum befinden.
Ansonsten passt das was die Schäden durch im deutschen Alpenraum betrifft. Sehe ich schon auch so, wie du es beschrieben hast.

Jeder muss sich halt selbst hinterfragen, was sie/er macht und welches Risiko gegangen wird, um den medizinischen Rahmen nicht zu belasten.

Es war auch als Denkanstoß gedacht.

webmeister
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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von webmeister » 17. Nov 2020, 17:22

Jürgen-B hat geschrieben: ↑
17. Nov 2020, 17:14
Jeder muss sich halt selbst hinterfragen, was sie/er macht und welches Risiko gegangen wird, um den medizinischen Rahmen nicht zu belasten.
Jup, so seh ich das auch. Wobei ich mal hoffe, dass niemand nur deswegen (gesundheitliche) Risiken eingeht, weil er ja eine Versicherung hat. Die kommt zwar vielleicht für die Kosten auf, aber das ist ja nur ein Teil des Schadens.

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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von Jürgen-B » 17. Nov 2020, 17:37

webmeister hat geschrieben: ↑
17. Nov 2020, 17:22
Jürgen-B hat geschrieben: ↑
17. Nov 2020, 17:14
Jeder muss sich halt selbst hinterfragen, was sie/er macht und welches Risiko gegangen wird, um den medizinischen Rahmen nicht zu belasten.
Jup, so seh ich das auch. Wobei ich mal hoffe, dass niemand nur deswegen (gesundheitliche) Risiken eingeht, weil er ja eine Versicherung hat. Die kommt zwar vielleicht für die Kosten auf, aber das ist ja nur ein Teil des Schadens.
Das gesundheitliche ist meist das größere Übel.

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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von Lampi » 18. Nov 2020, 06:44

webmeister hat geschrieben: ↑
17. Nov 2020, 17:22
Jup, so seh ich das auch. Wobei ich mal hoffe, dass niemand nur deswegen (gesundheitliche) Risiken eingeht, ..
Um es hier auch noch ein Mal zu betonen:

Egal was Du machst, Du gehst immer ein Risiko ein. Die Frage ist nur, wie groß es ist.
Und selbst, wenn Du nur noch zu Hause bleibst, wirst Du auf lange Sicht verfetten und Dein mit Herzinfarkt und erworbener Diabetes zusammenhängendes Risiko signifikant steigern.
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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von kormoran » 18. Nov 2020, 07:31

Im Frühjahr hab ich mich auch an den Alpenvereins-Appell gehalten und auf Bergtouren verzichtet.

Jetzt bei der zweiten Welle kam gar kein neuer Aufruf, diesmal würde ich das sowieso anders sehen.

Ich versuche jetzt einfach, Touren zu machen, bei denen ich nicht an meine Grenzen komme. Diese heb ich mir für die Nach-Corona-Zeit auf, die hoffentlich in einigen Monaten wieder kommt. Jedenfalls halte ich das Risiko, sich bei einer wenig besuchten Bergtour anzustecken für geringer, als wenn man z.B. an der Isar oder im Park joggen/spazieren geht, wo meistens viele Leute unterwegs sind.

Es ist grad nur schwieriger, einsame Touren zu finden. Jetzt, wo die meisten Leute daheimbleiben und nicht in die Ferne fahren, verteilen sich die Leute schlechter als sonst (zumindest im bayrischen Oberland). Auch letztes Wochenende waren die Wanderparkplätze noch ziemlich voll.

Aber es ist gut zu wissen, dass für Tirol anscheinend kein AV-Versicherungsschutz besteht. Das muss man bei der Tourenplanung berücksichtigen, wenn man mit der 24-Stunden-Ausnahmeregelung unterwegs ist.

Ciao, Alex

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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von Lampi » 18. Nov 2020, 07:51

Hallo Alex
kormoran hat geschrieben: ↑
18. Nov 2020, 07:31
halte ich das Risiko, sich bei einer wenig besuchten Bergtour anzustecken für geringer, als wenn man z.B. an der Isar oder im Park joggen/spazieren geht, wo meistens viele Leute unterwegs sind.
Aber es ist gut zu wissen, dass für Tirol anscheinend kein AV-Versicherungsschutz besteht. Das muss man bei der Tourenplanung berücksichtigen, wenn man mit der 24-Stunden-Ausnahmeregelung unterwegs ist.
das kann man nicht genug betonen. Und 24-h-Touren nach Tirol sind für viele von uns ohnehin keine Option.
Ich gehe jetzt erst mal auf die schöne Alb, den letzten schönen Klettertag des Jahres nutzen ... versichert :)
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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von kormoran » 18. Nov 2020, 14:13

Die 24-h-Touren nach Tirol lasse ich momentan auch bleiben. Zur Zeit gibts ja genug Touren-Alternativen in Deutschland und die Infektionszahlen in Tirol sind gerade auch deutlich höher als bei uns.

Ich hoffe, dass sich das bis zum Frühjahr wieder bessert. Die Frühjahrs-Schitouren hab ich heuer nämlich schon vermisst.

Ciao, Alex

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Re: Versicherungsschutz beim DAV - Pandemie

Beitrag von Jürgen-B » 18. Nov 2020, 19:10

Lampi hat geschrieben: ↑
18. Nov 2020, 06:44
webmeister hat geschrieben: ↑
17. Nov 2020, 17:22
Jup, so seh ich das auch. Wobei ich mal hoffe, dass niemand nur deswegen (gesundheitliche) Risiken eingeht, ..
Um es hier auch noch ein Mal zu betonen:

Egal was Du machst, Du gehst immer ein Risiko ein. Die Frage ist nur, wie groß es ist.
Und selbst, wenn Du nur noch zu Hause bleibst, wirst Du auf lange Sicht verfetten und Dein mit Herzinfarkt und erworbener Diabetes zusammenhängendes Risiko signifikant steigern.

Lampi, wie auch immer deine Name ist, unterlasse bitte deine völlig am Thema vorbei kontraproduktiven Kommentare. Danke. Ich wünsche deinerseits keine Kommentare mehr, was Beiträge meinerseits betrifft !!

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